Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)

Es wird geschätzt, dass bis zu 4% der Schüler mit einer Form der Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) zu kämpfen haben. Allerdings ist das eine sehr konservative Schätzung. Es ist nur schwerlich möglich, exakte Zahlen zu definieren.

Viele Eltern von legasthenen Kindern (oder legasthene Erwachsene) befinden sich in dieser Situation: bewaffnet mit einem Etikett, aber ohne wirkliche Lösung. Manche glauben, dass es bedeutet, dass ihr Kind nie zum Lesen kommen wird. Mit der richtigen Hilfe ist es dennoch sehr gut möglich.

Lesen ist ein neurologischer Vorgang, den das Gehirn jedes Mal durchführt, wenn es mit einem Text auf einer Seite konfrontiert wird. Um die Hauptursache für Leseschwierigkeiten (oder auch eine Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)) zu finden, müssen wir uns verschiedene Bereiche ansehen, in denen dieser Prozess zusammenbrechen kann.

Im Folgenden nennen wir Ihnen einige Hauptursachen für Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten. Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, Legastheniker sind, sehen Sie nach, ob einer der Gründe mit denen übereinstimmt, die Sie erleben.

 

6 mögliche Gründe für eine Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)

1. Optilexie – Das Hauptmerkmal von Optilexie ist das Raten beim Lesen, besonders bei den kurzen Worten. Manchmal erscheinen die längeren Wörter einfacher und der Leser liest ein Wort problemlos auf einer Seite, aber nicht auf der nächsten. Rechtschreibung im Freien Schreiben stellt für Kinder mit Optilexie meist eine große Herausforderung dar. Unbekannte Wörter und Ortsnamen werden sich sehr schwierig anfühlen. Die eigentliche Frage zur Behandlung einer Optilexie liegt darin, wie der Lernende den Text visuell bearbeitet. Ist diese einmal beantworter, kann ein stetiger Fortschritt erzielt werden.

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2. Eye-Tracking-Schwäche – Überspringt Ihr Kind Wörter und Zeilen? Erscheinen einzelne Wörter einfacher als Sätze und Absätze von Texten? Normalerweise führen die Augen eines Lesers einen raffinierten Sprung von Wortcluster zu Wortcluster von links nach rechts durch, der als Sakkade bezeichnet wird. Einige kämpfende Leser haben Schwächen in den neuronalen Rückkopplungsschleifen, die die Augenmuskeln steuern. Das macht es sehr schwer, sich genau auf ein Wort in einem Satz zu konzentrieren. Die richtigen einfachen Eye-Tracking-Übungen beheben diese neuronale Schwäche in der Regel in wenigen Tagen.

3. Gedächtnisschwierigkeiten – Das Gedächtnis spielt eine große Rolle im Leseprozess. Der Lesende muss sich nicht nur jeden Ton merken, wenn er ein Wort dekodiert, sondern auch mehrere Wörter für einen Satz und an komplette Sätze, um einen Absatz zu verstehen. Menschen mit Kurzzeitgedächtnisproblemen haben große Schwierigkeiten, all diese Informationen beim Lesen zu behalten. Kurzzeitgedächtnisstörungen haben sehr ausgeprägte Symptome. Beim Lesen kann sich dies als schlechtes Verständnis, gesteigerter Lesefluss und Schwierigkeiten beim Ausloten eines langen Wortes erweisen. In der Ergotherapie gehen wir dem auf den Grund. Entsprechend der Diagnose können wir mit Ihrem Kind Übungen zur Gedächtnissteigerung durchführen und Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, auch zu Hause zu trainieren.

4. Lesen ist zu langweilig – Es klingt banal und ist dennoch ein Grund für schlechte Leseleistungen. Haben Sie gesehen, wie Ihr Kind sich auf die Aufgabe des Lesens konzentriert? Zappelnd? Leicht abgelenkt? Ich bin sicher, Sie wissen, warum Lesen schwieriger ist, als es sein sollte. Ich bin mir aber auch sicher, dass Sie gesehen haben, wie sich Ihr Kind über lange Zeiträume hinweg auf einige Aufgaben konzentriert hat, die Spaß machen! Das ist der Schlüssel zur Lösung dieses Problems: Machen Sie das Lesen mit Spielen zum Vergnügen.

5. Fluency Block – Entschlüsselt Ihr Kind Wörter kompetent, hat aber Probleme, flüssig zu lesen? Ein herkömmlicher Leser verwendet einen Teil seines Gehirns, den sogenannten Briefkastenrinde, um gängige Buchstabengruppierungen zu erkennen. Erstaunlich, dass Sie dank dieser Funktion in der Lage sind, koicmhsoen Txet füsislg zu leesn. Einige Leser umgehen beim Lesen ihren Briefkastenkortex und verwenden stattdessen den visuellen Speicher, um Buchstabengruppierungen zu speichern. Dies führt dazu, dass der Leser schnell entschlüsseln kann, aber nie wirklich flüssig im Lesen wird. Um dieses knifflige Problem zu beheben, muss dieser sehr spezielle Teil des Kortex in den Dekodierungsprozess einbezogen werden. Das machen wir z. B. mit Anagrammen.

6. Stress-Spiralen – Lesen ist eine höhere Gehirnfunktion. Wenn das Gehirn unter Stress steht, werden 70% der frontalen Kortexenergie in das Kampf- oder Fluchtzentrum umgeleitet und das Gehirn verliert seine Fähigkeit, klar zu denken. Ein Kind, das mit dem Lesen kämpft, ist im Stress, wenn es das versucht. Somit hat es nur unzureichende Ressourcen zum Lesen zur Verfügung. Leider verursacht dieser Zustand neuen Stress, wodurch sich der Leser in eine Stress-Spirale begibt. Durch entsprechende Leseübungen und Entspannungstechniken kann dieses Problem angegangen werden.

 

Fazit zur Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)

Eine Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) (wie auch eine Legasthenie) kann eine oder mehrere Ursachen haben. Der Schlüssel zur Erleichterung des Lesens oder/und Schreibens ist es, die Ursache zu identifizieren und anschließend Wege zu finden, sie zu beheben. Für Erwachsene ist es ebenso möglich, eine LRS anzugehen. Sollten Sie häufig Texte bearbeiten müssen, empfehlen wir zudem die Inanspruchnahme von Korrektoraten und Lektoraten.

 

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