Wieder riechen lernen
Wieder riechen lernen – wie geht das, fragen Sie sich. Riechen und schmecken, Fähigkeiten, die für uns im Alltag selbstverständlich sind, funktionieren plötzlich nicht mehr auf gewohnte Weise. Ursachen sind meistens in verschiedenen Erkrankungen zu finden.
Wie entstehen Geruchs-und Geschmacksstörungen?
Aufgrund von verschiedenen Erkrankungen (schwere Erkältungen/Grippe, neurologische und psychiatrische Erkrankungen…) können ein oder mehrere der nervalen Strukturen negativ beeinflusst werden. Da die Wahrnehmung von Gerüchen mit dem limbischen System, dem Gefühlszentrum unseres Gehirns verknüpft ist, können sich bei den Betroffenen nicht nur Geruchs- und Geschmackslosigkeit, sondern auch psychische Beeinträchtigungen wie z.B. depressive Verstimmungen, Angst-und Panikstörungen entwickeln.
Doch wie funktioniert unser Riech- und Geschmackssystem eigentlich und was können wir daraus lernen?
Wie funktioniert unser Riech- und Geschmackssystem?
Der Mensch ist in der Lage Reize aus der Umwelt mithilfe seiner Sinnesorgane wahrzunehmen und durch das Zentralnervensystem zu verarbeiten. Nach der Reizverarbeitung werden über absteigende Nervenbahnen Impulse für die Reizbeantwortung zu den lebensnotwendigen Organen übermittelt. In Bezug auf das Riechen, sind wir in der Lage bei der Nahrungsaufnahme verschiedene Gerüche wahrzunehmen und zu interpretieren. Erscheint uns ein Geruch angenehm, werden wir dieses Lebensmittel mit der Nahrung aufnehmen. Wenn uns ein Geruch unangenehm erscheint, werden wir dieses Lebensmittel meiden, da unser Körper uns auf diese Weise mögliche Unverträglichkeiten mitteilt. Das Riechen und Schmecken ist mit dem Gefühlszentrum (limbisches System) in unserem Gehirn verankert. Mit jedem riechen und schmecken werden Gefühle hervorgerufen und zusammen mit den jeweiligen Duft/Geruch im Gehirn abgespeichert. Sicher können Sie sich an ein Lieblingsgericht aus Ihrer Kindheit erinnern, wenn Sie den Geruch dieses Gerichtes wahrnehmen. Sofort werden angenehme Gefühle und Erfahrungen lebendig. Wie Sie, diese Erkenntnis positiv für sich nutzen können, erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Was ist hilfreich?
1) Ein regelmäßiges Wahrnehmungstraining, bei dem unterschiedliche Reize in Form von Düften und Geschmacksrichtungen angeboten werden, liefert einen wichtigen Meilenstein auf dem Genesungsweg. Durch die regelmäßige Aktivierung des Gehirns mit unterschiedlichen Reizen, besteht die Möglichkeit der Reparatur und der Neubildung von Nervenzellen im Körper (Neuroplastizität).
2) Ein weiterer wichtiger Schritt sind Geduld und Zeit, da die Regeneration von Nervenzellen vielschichtige Prozesse
3) Wahrnehmungs-und Genusstraining in der ganzheitlichen Ergotherapie Nach der Erstellung des ergotherapeutischen Befunds wird ein individuelles Wahrnehmungs-und Genusstraining mit dem Patienten durchgeführt. Dabei kommen verschiedene natürliche Düfte aus der Aromatherapie zum Einsatz. Zusätzlich werden mithilfe einer Duftanalyse, Düfte und pflanzliche Aromen ermittelt, die sich individuell positiv auf die Psyche des Patienten auswirken. Während und am Ende der Therapie erhält jeder Patient wertvolle Anregungen zur Integration der gelernten Inhalte in den häuslichen und beruflichen Bereich.